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Weinwissen – Rebsorten, Anbaugebiete & Weinbegriffe erklärt

Eiswein – Herstellung, Geschmack und Besonderheiten einfach erklärt

Was ist Eiswein?

Eiswein gehört zu den edelsüßen Prädikatsweinen und zählt zu den exklusivsten Weinspezialitäten der Welt. Er wird aus Trauben hergestellt, die bis in den Winter am Rebstock verbleiben und erst geerntet werden, wenn sie natürlich gefroren sind. Beim Pressen bleiben die Eiskristalle zurück, während nur der hochkonzentrierte, zucker- und aromareiche Saft gewonnen wird.

Wie entsteht Eiswein?

Für die Herstellung müssen die Trauben gesund und vollreif sein. Sie werden erst gelesen, wenn sie bei mindestens -7 °C natürlich gefroren sind. Während des Pressvorgangs bleibt das gefrorene Wasser in den Trauben zurück, sodass nur ein hochkonzentrierter Most mit intensiver Frucht, hoher Süße und lebendiger Säure gewonnen wird.

Nach deutschem Weinrecht muss Eiswein zudem mindestens das Mostgewicht einer Beerenauslese erreichen. Nur wenn dieser natürliche Zuckergehalt vorhanden ist und die Trauben gefroren gelesen und verarbeitet werden, darf der Wein die Bezeichnung „Eiswein“ tragen. Diese strengen gesetzlichen Anforderungen tragen wesentlich zur Seltenheit und Exklusivität dieser Weinspezialität bei.

Warum ist Eiswein so selten und teuer?

Die Herstellung von Eiswein ist für Winzer jedes Jahr ein echtes Vabanquespiel. Nach der normalen Weinlese bleiben ausgewählte Trauben oft über Wochen oder sogar Monate am Rebstock hängen und sind dabei Wind, Regen, Frostwechseln, Fäulnis, Vögeln und Wildtieren ausgesetzt.

Kommt der erforderliche Frost nicht rechtzeitig oder wird das notwendige Mostgewicht nicht erreicht, kann die gesamte für Eiswein vorgesehene Ernte verloren gehen. Die monatelange Arbeit im Weinberg war dann vergeblich und die Trauben können häufig nicht mehr als Eiswein verarbeitet werden.

Selbst wenn die Ernte gelingt, ist die Ausbeute äußerst gering. Da das Wasser in den Beeren gefroren bleibt, entsteht oft nur ein Bruchteil der Weinmenge einer normalen Lese. Dieses hohe Risiko, die aufwendige Handlese bei Minusgraden und die geringe Saftausbeute erklären, warum Eiswein zu den teuersten und seltensten Weinspezialitäten der Welt zählt.

Wie schmeckt Eiswein?

Eiswein begeistert mit intensiven Aromen von Aprikosen, Pfirsichen, Honig, Zitrusfrüchten, exotischen Früchten und kandierten Früchten. Trotz seines hohen natürlichen Zuckergehalts wirkt er durch seine ausgeprägte Säure niemals schwer, sondern elegant, frisch und ausgesprochen harmonisch.

Lagerung und Genuss

Durch die hohe Konzentration von Zucker und Säure besitzt Eiswein ein außergewöhnliches Reifepotenzial. Hochwertige Eisweine können über viele Jahre oder sogar Jahrzehnte gelagert werden und entwickeln dabei zusätzliche Komplexität sowie faszinierende Honig-, Trockenfrucht- und Karamellaromen.

Fazit

Eiswein ist eine seltene Delikatesse, deren Herstellung viel Erfahrung, Geduld und vor allem die passenden Wetterbedingungen erfordert. Das erhebliche Risiko eines Totalausfalls, die gesetzlich vorgeschriebenen Qualitätsanforderungen und die äußerst geringe Ausbeute machen ihn zu einer der exklusivsten und kostbarsten Weinspezialitäten der Welt.