Weinwissen – Rebsorten, Anbaugebiete & Weinbegriffe erklärt
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Auslese – Prädikatswein aus besonders reifen Trauben einfach erklärt
Was bedeutet Auslese?
Auslese ist eine der sechs Prädikatsstufen des deutschen Weinrechts und bezeichnet Weine, die aus besonders reifen, sorgfältig ausgewählten Trauben hergestellt werden. Der Begriff bedeutet wörtlich „ausgewählte Lese“ und weist darauf hin, dass ausschließlich vollreife und gesunde Trauben oder Trauben mit einem gewissen Anteil an Edelfäule für die Herstellung verwendet werden.
Auslese als Prädikatswein
Innerhalb der Prädikatsweine steht die Auslese über Kabinett und Spätlese sowie unter Beerenauslese, Trockenbeerenauslese und Eiswein. Maßgeblich für die Einstufung ist das Mostgewicht der Trauben, gemessen in Grad Oechsle (°Oe), das je nach Rebsorte und Anbaugebiet unterschiedliche Mindestwerte erreichen muss. Eine Anreicherung des Mostes mit Zucker ist bei Prädikatsweinen nicht zulässig.
Was bedeutet Grad Oechsle?
Das Mostgewicht wird in Grad Oechsle (°Oe) gemessen und gibt den natürlichen Zuckergehalt des Traubenmostes an. Je höher der Oechsle-Wert, desto reifer sind die Trauben und desto mehr Zucker steht später für die Gärung oder – bei nicht vollständig vergorenen Weinen – für die natürliche Restsüße zur Verfügung. Das Mostgewicht ist eine wichtige Grundlage für die Einteilung deutscher Prädikatsweine wie Kabinett, Spätlese oder Auslese.
Geschmack und Stilistik
Auslesen werden heute überwiegend frucht- oder edelsüß ausgebaut und begeistern mit einer beeindruckenden Balance aus Fruchtsüße und lebendiger Frische. Typische Aromen erinnern an reife Aprikosen, Pfirsiche, Honig, kandierte Zitrusfrüchte oder exotische Früchte. Dank ihrer hohen Traubenreife und ihrer natürlichen Konzentration besitzen Auslesen ein außergewöhnliches Reifepotenzial und entwickeln über viele Jahre hinweg eine faszinierende aromatische Komplexität.
Auslese im internationalen Vergleich
Die Bezeichnung Auslese ist eine Besonderheit des deutschen Weinrechts und in dieser Form auch im österreichischen Weinrecht verankert. In klassischen Weinländern wie Frankreich, Italien oder Spanien existiert keine vergleichbare Qualitätsstufe. Dort erfolgt die Einteilung hochwertiger Weine überwiegend über die Herkunft und geschützte Ursprungsbezeichnungen und nicht über den Reifegrad der Trauben zum Zeitpunkt der Lese.
Lagerfähigkeit
Dank ihrer hohen Reife und der ausgewogenen Säure besitzen Auslesen ein hervorragendes Reifepotenzial. Insbesondere Riesling-Auslesen können über Jahrzehnte an Komplexität gewinnen und entwickeln mit zunehmendem Alter elegante Aromen von Honig, Trockenfrüchten, Kräutern und charakteristischen Petrolnoten.
Fazit
Eine Auslese steht für sorgfältig selektierte Trauben, hohe Reife und außergewöhnliche Qualität. Ob fruchtig oder edelsüß ausgebaut – Auslesen zählen zu den faszinierendsten Prädikatsweinen Deutschlands und überzeugen durch ihre Vielschichtigkeit, Eleganz und ihr großes Lagerpotenzial.