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Weinwissen – Rebsorten, Anbaugebiete & Weinbegriffe erklärt

Adstringenz – Das pelzige Mundgefühl beim Wein einfach erklärt

Was bedeutet Adstringenz?

Adstringenz beschreibt das pelzige, raue oder zusammenziehende Mundgefühl, das beim Genuss bestimmter Weine wahrgenommen wird. Besonders junge Rotweine mit einem höheren Gehalt an Gerbstoffen (Tanninen) können eine ausgeprägte Adstringenz aufweisen. Viele Weinliebhaber beschreiben dieses Gefühl als trocken, leicht stumpf oder samtig-herb.

Im Gegensatz zu süß, sauer, salzig oder bitter handelt es sich bei der Adstringenz nicht um einen klassischen Geschmack, sondern um einen sogenannten Mund- bzw. Tastreiz. Dieser entsteht, wenn die im Wein enthaltenen Gerbstoffe mit den Proteinen des Speichels reagieren und dadurch das typische zusammenziehende Gefühl auf Zunge und Gaumen hervorrufen.

Welche Bedeutung hat Adstringenz beim Wein?

Adstringenz ist ein wichtiger Bestandteil der Struktur eines Weines und trägt wesentlich zum Gesamteindruck bei. Sie verleiht insbesondere Rotweinen Körper, Rückgrat und Lagerpotenzial. Mit zunehmender Reife verbinden sich die Tannine zu größeren Molekülen und werden weicher, wodurch das adstringierende Mundgefühl im Laufe der Flaschenreife deutlich abnimmt.

Eine spürbare Adstringenz ist daher nicht zwangsläufig ein Qualitätsmerkmal oder ein Qualitätsmangel. Vielmehr ist sie ein natürlicher Bestandteil vieler Rotweine und trägt – harmonisch eingebunden – zu deren Komplexität, Struktur und Charakter bei.

Fazit

Adstringenz bezeichnet das typische pelzige oder zusammenziehende Mundgefühl, das vor allem durch Gerbstoffe (Tannine) verursacht wird. Sie beeinflusst die Struktur, den Charakter und das Lagerpotenzial eines Weines und gehört insbesondere bei jungen Rotweinen zu den natürlichen Eigenschaften, die sich mit zunehmender Reife harmonisch entwickeln können.