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Weinwissen – Rebsorten, Anbaugebiete & Weinbegriffe erklärt

Chips und Staves – Eichenholzalternativen zum Barrique-Ausbau

Was sind Chips und Staves?

Chips und Staves sind Eichenholzprodukte, die bei der Weinbereitung eingesetzt werden, um dem Wein typische Eigenschaften des Eichenholzes zu verleihen. Sie werden vor allem verwendet, wenn ein Wein Aromen und Geschmacksnoten erhalten soll, die an einen Ausbau im Eichenfass erinnern, ohne dass dafür ein Barrique-Fass verwendet werden muss.

Was sind Chips?

Chips sind kleine Stücke aus Eichenholz, die dem Wein beispielsweise in Netzbeuteln oder anderen geeigneten Vorrichtungen zugesetzt werden. Während des Kontakts gibt das Holz verschiedene Inhaltsstoffe an den Wein ab. Je nach Holzart, Röstgrad, Menge und Kontaktzeit können dadurch unter anderem Vanille-, Toast-, Rauch- und Gewürznoten sowie Gerbstoffe entstehen.

Der wesentliche Vorteil gegenüber einem Barrique-Ausbau liegt im geringeren Aufwand und in der schnellen Wirkung. Durch die große Oberfläche der kleinen Holzstücke können die gewünschten Holzinhaltsstoffe vergleichsweise rasch an den Wein abgegeben werden. Ein teures Holzfass und dessen aufwendige Lagerung sind dafür nicht erforderlich.

Was sind Staves?

Staves sind längliche beziehungsweise brettartige Stücke aus Eichenholz, die in einen Tank oder ein anderes Weinbereitungsgefäß eingebracht werden. Sie können beispielsweise in einem Gestell befestigt werden, sodass die Holzoberfläche während der Weinbereitung mit dem Wein in Kontakt steht.

Auch bei Staves bestimmen Holzart, Herkunft des Holzes, Röstgrad, Größe, Menge und Kontaktzeit maßgeblich das spätere Ergebnis. Durch die größere und gezielt angeordnete Holzoberfläche lässt sich die Abgabe von Holzinhaltsstoffen anders steuern als bei kleinen Chips.

Was ist der Unterschied zwischen Chips, Staves und Barrique?

Der wichtigste Unterschied besteht darin, dass ein Barrique gleichzeitig Gefäß und Holzquelle ist. Der Wein reift über einen längeren Zeitraum in einem kleinen Eichenfass und kann dabei nicht nur Holzinhaltsstoffe aufnehmen, sondern auch durch den Kontakt mit dem Fass und den damit verbundenen langsamen Sauerstoffeintrag reifen.

Chips und Staves werden dagegen in der Regel in andere Behälter, insbesondere Edelstahltanks, eingebracht. Sie dienen vor allem dazu, dem Wein bestimmte Eigenschaften des Eichenholzes zu verleihen. Die Reifung in einem echten Barrique lässt sich dadurch nicht vollständig nachbilden.

Warum werden Chips und Staves verwendet?

Der Einsatz von Eichenholzstücken ist wesentlich kostengünstiger als der Ausbau in neuen Barrique-Fässern. Außerdem lässt sich die gewünschte Intensität des Holzeindrucks gezielter und schneller beeinflussen. Das kann insbesondere bei Weinen interessant sein, die jung getrunken werden und bei denen weniger die langfristige Fassreifung als vielmehr bestimmte Aromen und Geschmacksnoten des Eichenholzes gewünscht sind.

Chips und Staves sind deshalb nicht einfach eine „billige Kopie“ des Barrique-Ausbaus, sondern ein eigenständiges Verfahren mit einem anderen Ziel. Während beim Barrique neben der Holzabgabe auch die Entwicklung des Weines während der Fassreife eine wichtige Rolle spielt, steht bei Eichenholzstücken die gezielte Übertragung von Holzinhaltsstoffen stärker im Vordergrund.

Sind Chips und Staves bei der Weinbereitung erlaubt?

Ja. Die Verwendung bestimmter Eichenholzstücke bei der Weinbereitung ist in der Europäischen Union grundsätzlich zugelassen. Die entsprechenden Vorschriften legen unter anderem fest, aus welchem Holz die Produkte bestehen dürfen, welche Behandlungen zulässig sind und welche Anforderungen an die verwendeten Holzstücke gestellt werden.

Bei einem deutschen Prädikatswein soll der Charakter des Weines durch die Trauben und ihre natürliche Reife bestimmt sein. Deshalb darf ein Wein, dem Eichenholzstücke wie Chips oder Staves zugesetzt wurden, nicht als Kabinett, Spätlese, Auslese oder anderes Prädikat ausgezeichnet werden. Der Ausbau im echten Barrique ist dagegen erlaubt.

Kann man Chips oder Staves im fertigen Wein erkennen?

Allein anhand des Geschmacks lässt sich in der Regel nicht zuverlässig feststellen, ob ein Wein im Barrique ausgebaut oder mit Eichenholzstücken behandelt wurde. Moderne Verfahren mit Chips und Staves können einen deutlichen Eichenholzeindruck erzeugen. Umgekehrt kann auch ein im Barrique ausgebauter Wein je nach Fassalter, Holzart, Röstung und Reifezeit sehr unterschiedlich schmecken.

Der Geschmack allein ist deshalb kein sicherer Beweis für die Art des Ausbaus. Entscheidend sind vielmehr die Angaben des Erzeugers und die jeweiligen Herstellungsvorschriften.